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Wie Mykorrhiza-Pilze den Klimawandel bremsen könnten – neue Erkenntnisse zu Pilze Klimawandel

Mykorrhiza-Pilze speichern gigantische Mengen Kohlenstoff im Boden. Ein neuer Britannica-Artikel zeigt: Sie könnten bis zu 13 % der globalen Emissionen…

Pilze Klimawandel: Mykorrhiza-Netzwerke als unterschätzte Kohlenstoffsenke

Die Diskussion um den Pilze Klimawandel-Zusammenhang gewinnt an Fahrt – und eine aktuelle Meldung der Encyclopedia Britannica rückt dabei eine besondere Gruppe von Pilzen ins Rampenlicht: Mykorrhiza-Pilze. Diese gehen symbiotische Verbindungen mit den Wurzeln der meisten Landpflanzen ein und tauschen Nährstoffe gegen Kohlenhydrate. Doch ihre Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf wurde bislang unterschätzt. Laut dem Artikel könnten Mykorrhiza-Pilze weltweit bis zu 13 % der jährlichen anthropogenen CO₂-Emissionen binden – eine Größenordnung, die in keinem Klimamodell bisher vollständig abgebildet ist.

Die Britannica-Redaktion fasst zusammen, dass schätzungsweise 5 bis 13 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr durch Mykorrhiza-Netzwerke im Boden fixiert werden. Das entspricht etwa einem Drittel der jährlichen Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Damit wird deutlich, wie eng Pilze Klimawandel miteinander verknüpft sind – und dass der Schutz dieser unterirdischen Netze eine wirksame, natürliche Klimaschutzmaßnahme sein könnte.

Wie Mykorrhiza-Pilze Kohlenstoff speichern – und warum das für den Klimawandel wichtig ist

Mykorrhiza-Pilze wachsen in einem dichten Geflecht aus Hyphen, das den Boden durchzieht. Sie nehmen Kohlenhydrate von Pflanzen auf und bauen daraus Biomasse auf – vor allem das widerstandsfähige Glykoprotein Glomalin. Dieses bindet Kohlenstoff über Jahrzehnte im Boden, ohne dass er als CO₂ wieder freigesetzt wird. Der Britannica-Artikel betont, dass dieser Mechanismus weitaus effektiver ist als die Kohlenstoffspeicherung in oberirdischer Biomasse, da Böden weniger von Feuer oder Abholzung betroffen sind.

Für den Pilze Klimawandel-Diskurs bedeutet das: Mykorrhiza-Pilze sind nicht nur Nährstoffvermittler, sondern aktive Klimaretter. Ihre Förderung – etwa durch reduzierte Bodenbearbeitung oder den Verzicht auf Fungizide – könnte die natürliche Kohlenstoffsenke stärken. Allerdings weisen die Autoren auch auf Unsicherheiten hin: Die genauen Speicherraten variieren je nach Ökosystem, und die Langzeitstabilität des gebundenen Kohlenstoffs ist noch nicht abschließend geklärt.

Klimawandel verändert Pilzphänologie – und damit die Kohlenstoffspeicherung

Der Klimawandel beeinflusst nicht nur die Verbreitung von Pilzen, sondern auch ihre jahreszeitliche Aktivität. Frühjahrs- und Herbstpilze erscheinen in Mitteleuropa im Schnitt zwei bis drei Wochen früher als noch vor 30 Jahren. Das hat direkte Auswirkungen auf die Symbiose mit Pflanzen: Wenn Pilze zu früh oder zu spät aktiv werden, können sie weniger Kohlenstoff aufnehmen. Ein verschobenes Pilzwachstum könnte also die Kohlenstoffbilanz ganzer Wälder beeinträchtigen.

Hier setzt die FungiFind Pilzkarte an: Sie dokumentiert Fundmeldungen in Echtzeit und erlaubt es, phänologische Verschiebungen zu verfolgen. Wer die Karte regelmäßig nutzt, kann beobachten, wie sich die Saisonstartdaten von Mykorrhiza-Pilzen wie dem Fliegenpilz-Kahlkopf (Psilocybe azurescens) verändern. Diese Daten sind wertvoll, um Klimamodelle zu verbessern und Vorhersagen zur Kohlenstoffspeicherung zu treffen.

Was die Britannica-Meldung für die Praxis bedeutet

Der Artikel der Encyclopedia Britannica ist ein wichtiger Schritt, um die Rolle von Pilzen in der Klimadebatte zu verankern. Er fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und benennt offene Fragen. Für uns bei FungiFind ist klar: Jeder Pilzfund, den User auf unserer Plattform teilen, hilft nicht nur bei der Kartierung, sondern liefert auch Daten zum Verständnis von Pilze Klimawandel-Zusammenhängen. Denn die Verbreitungsverschiebungen von Mykorrhiza-Pilzen sind ein Frühindikator für veränderte Kohlenstoffflüsse.

Wer mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe erfahren möchte, findet im FungiFind Blog regelmäßig Beiträge zu aktuellen Studien. Auch das FungiFind Artenlexikon bietet vertiefte Informationen zu einzelnen Pilzarten und ihrer Ökologie – inklusive Hinweisen zur Mykorrhiza-Bindung.

Fazit: Mykorrhiza-Pilze sind Klimahelden – aber kein Allheilmittel

Die Britannica-Meldung zeigt eindrucksvoll, wie Pilze Klimawandel miteinander verknüpft sind. Mykorrhiza-Pilze speichern Kohlenstoff in Größenordnungen, die bisher kaum Beachtung fanden. Gleichzeitig sind sie durch den Klimawandel selbst bedroht: Verschiebungen der Phänologie und zunehmende Dürreperioden setzen den Symbiosen zu. Ein integrierter Ansatz – Schutz der Böden, Förderung der Mykorrhiza und systematische Datenerhebung – könnte die natürliche Kohlenstoffsenke stärken.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle Pilzberatung. Bei Unsicherheiten zur Bestimmung von Pilzen wenden Sie sich bitte an lokale Expert:innen oder eine Pilzberatungsstelle.

Quellen & weiterführende Links