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Junge Stäublinge

Lycoperdon spec. Pers. · Agaricaceae

Auch: Stäublinge, Flaschen-Stäubling (Lycoperdon perlatum)

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Bestimmung in 5 Schritten

Stäublinge der Gattung Lycoperdon bilden birnen-, flaschen- oder kugelförmige Fruchtkörper ohne Hut und Lamellen. Das Innere ist jung weiß und fest, später wird es olivbraun und staubt beim Öffnen. Nur junge, innen rein weiße Exemplare sind essbar. Dieser Steckbrief gilt für die Gruppe, einzelne Arten wie der Flaschen-Stäubling lassen sich bestimmen.

SaisonJuni bis Oktober
Sporenpulverolivbraun (Sporenmasse im reifen Fruchtkörper)
FamilieAgaricaceae
  1. Hut. Es gibt keinen Hut im üblichen Sinn. Der Fruchtkörper ist rundlich bis birnenförmig, bei vielen Arten mit Körnchen oder kleinen Stacheln auf der Oberfläche, die sich leicht abwischen lassen.
  2. Unterseite. Es sind keine Lamellen und keine Röhren vorhanden. Im Schnitt ist ein junger Stäubling innen gleichmäßig weiß und homogen, ohne erkennbare Hut-, Lamellen- oder Stielform.
  3. Stiel, Ring und Volva. Der Fruchtkörper hat einen stielartigen, schaumigen Unterteil oder sitzt fast stiellos auf. Ring und Scheide fehlen. Eine sackartige Scheide mit erkennbarem Stiel deutet auf einen Knollenblätterpilz hin.
  4. Geruch und Geschmack. Der Geruch ist mild und pilzartig, der Geschmack mild.
  5. Verfärbung und Fleisch. Wichtigstes Merkmal ist der Längsschnitt: Das Fleisch muss durchgehend rein weiß sein. Gelbliche, olivfarbene oder dunkle Färbung bedeutet, dass der Pilz zu alt ist. Schwarzviolettes Fleisch weist auf einen Kartoffelbovist hin.

Verwechslungsgefahr

Gruppensteckbrief: Junge Stäublinge gelten als essbar, solange das Innere der Fruchtkörper rein weiß und fest ist. Jung können sie mit Knollenblätterpilzen im Eistadium verwechselt werden, die tödlich giftig sind. Deshalb jeden Fund der Länge nach durchschneiden.

Direkter Vergleich

Junge StäublingeKegelhütiger KnollenblätterpilzGrüner KnollenblätterpilzDickschaliger Kartoffelbovist
Hutrundlich bis birnenförmig, ohne Hut, mit Körnchen oder Stachelnim Schnitt Hutanlage sichtbar, weißim Schnitt Hutanlage, oft olivgrünlichgelbbraun, derb, schuppig aufgerissen
Unterseitekeine Lamellen, innen jung rein weiß und homogenLamellenansatz im Schnitt erkennbarLamellenanlage im Schnitt sichtbarinnen jung schwarzviolett marmoriert
Stielstielartig schaumiger Unterteil, ohne Ring und Scheideweiß, flockig, mit Ring, knollige Basis in sackartiger Volvaweißlich, genattert, mit Ring, knollige Basis in sackartiger Volvakaum ein Stiel, mit Myzelsträngen im Boden
Konsistenzjung fest und schwammig, später staubigfest, aber mit erkennbarer Strukturfest, strukturiertderb, hart
SpeisewertEssbarTödlich giftigTödlich giftigGiftig

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Lebensraum & Saison

Wälder, Waldränder, Wiesen und Wegränder, je nach Art. Keine verlässlichen Angaben.

Baumpartner

Meist Saprobionten ohne feste Baumpartner, auf Waldboden, Wiesen oder Totholz, je nach Art.

Saison

möglich gut Hauptsaison

Grobe Angabe, die Fruchtzeit ist je nach Art und Witterung unterschiedlich.

Pilzregionen mit täglicher Prognose

Für diese Art gibt es noch keine Fundzahlen je Region. Die Länderseiten führen zu allen Regionen mit täglicher Prognose.

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Chance in deiner Nähe

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Sicherheit

Nie essen ohne sichere Bestimmung. Iss nur Pilze, die du zweifelsfrei bestimmt hast, und gare sie immer gut durch.

Hinweise für dein Land

Deutschland

Giftnotruf:

Giftnotruf Berlin030 19240Giftinformationszentrum München089 19240GIZ-Nord Göttingen0551 19240

Notruf: 112

Pilzberatung: DGfM: Pilzsachverständige finden. Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Sammelregeln: Nicht besonders geschützte Pilze in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf, sofern kein Schutzgebiet oder Verbot entgegensteht. Bestimmte besonders geschützte Speisepilze (z. B. Steinpilz, Pfifferling, Birkenpilz) dürfen in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden.

Österreich

Giftnotruf:

Vergiftungsinformationszentrale (VIZ)01 406 43 43

Notruf: 112 · 144

Pilzberatung: Österreichische Mykologische Gesellschaft (ÖMG), Pilzberatung. Pilzberatung der ÖMG oder regionale Beratungsstellen, etwa Marktämter.

Sammelregeln: Höchstens 2 kg Pilze pro Person und Tag, wenn der Waldeigentümer das Sammeln nicht untersagt hat; organisierte Sammelveranstaltungen sind verboten. Zusätzlich Landesregeln (Sammelzeiten, Schonzeiten), z. B. Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg.

Schweiz

Giftnotruf:

Tox Info Suisse145

Notruf: 144 · 112

Pilzberatung: VAPKO: Pilzkontrollstelle finden. Amtliche Pilzkontrollstellen der Gemeinden und Kantone (VAPKO-Verzeichnis).

Naturschutz und Sammelregeln

Nicht besonders geschützt.

Küche

Nur junge, innen rein weiße Exemplare verwenden, die Außenhaut abziehen und das Fleisch in Scheiben schneiden. Kurz in Butter oder Öl anbraten, sie werden beim Kochen leicht zäh. Mindestens 15 Minuten garen.

Keine gesicherten Angaben zum Trocknen. Jeden Fund der Länge nach aufschneiden. Nur essen, wenn das Innere durchgehend rein weiß und homogen ist. Gelb oder dunkel gewordenes Innere heißt: nicht mehr verwenden. Verwechslung mit Knollenblätterpilzen im Eistadium ist lebensgefährlich.

Häufige Fragen

Sind Stäublinge essbar?

Junge Stäublinge sind essbar, solange das Innere rein weiß und fest ist. Mit zunehmender Reife verfärbt sich das Innere und der Pilz ist nicht mehr zu verwenden.

Wie unterscheide ich junge Stäublinge von Knollenblätterpilzen?

Durch den Längsschnitt: Ein Stäubling ist innen einheitlich weiß, ein Knollenblätterpilz im Eistadium zeigt schon Hut, Lamellen und Stiel als Umriss. Im Zweifel nicht essen.

Warum werden Stäublinge beim Kochen zäh?

Das Fleisch ist schwammartig und verliert bei langer Hitze an Zartheit. Kurz in Butter anbraten ist die übliche Zubereitung, aber nicht unter 15 Minuten Garzeit.

Was ist der Unterschied zum Kartoffelbovist?

Kartoffelbovisten haben eine dicke, derbe Schale und schon jung ein dunkles, schwarzviolett marmoriertes Inneres. Sie sind giftig.

Verwandte Arten

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Quellen

Bildnachweise

Kein Ersatz für eine persönliche Pilzkontrolle. Angaben ohne Gewähr. Stand: 17.10.2026.

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